GfM Jahrestagung 2012

Vom 3.-6. Oktober 2012 fand in Frankfurt am Main die diesjährige Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) statt. Dem Tagungsthema “Spekulation” angemessen, war die AG Games gleich mit zwei Panels präsent – das erste konnte ich mit meinem Vortrag “Zwischen Zufall und Kontrolle. Gaming Communities und das Spekulative des Spiels” eröffnen.

Der Begriff der Spekulation durchzog die ganze Tagung und wurde – wie auf solchen Veranstaltungen üblich – mal mehr und mal weniger erfolgreich zu den eigenen Forschungsinteressen in Beziehung gesetzt. Hierbei fanden sowohl theoretische und methodische Diskussion ihren Platz (etwa in den Panels Philosophie und Filmtheorie: Horizonte der Spekulation und Empirie und Spekulation) als auch gegenstandsbezogene Analysen (z.B. Dokumentarische Spekulationen, Rätselhaftes und Unerklärliches: Medien der Spekulation). Zahlreiche Panels wurden erneut von den Arbeitsgruppen innerhalb der GfM organisiert und diese waren es auch, die häufig die größte thematische Koheränz aufwiesen. Sehr anregend waren etwa die Diskussionen im Panel der AG Animation (Was wäre, wenn…? Animation als Medium visualisierter Spekulationen), der AG Populärkultur und Medien (We Were Promised Jetpacks. Pop ohne Utopie?) oder eben der AG Games (Spiel als Medium der Spekulation).

Im ersten Games-bezogenen Panel stellte ich selbst Überlegungen dazu vor, wie der Begriff des Spekulativen zur Analyse von Spielmechaniken und SpielerInnen-Praktiken bei Spielen mit Zufallselementen fruchtbar gemacht werden kann. Karin Wenz (Maastricht) diskutierte eine dieser Aneignungsformen, das Theorycrafting, als Form der ‘Verwissenschaftlichung’ des Spielens und Britta Neitzel (Köln) beleuchtete sehr unterhaltsam den Begriff des ‘Zockens’ und seine metaphorische Verwendung in der Finanzökonomie.

Das zweite Panel der AG Games setzte den Schwerpunkt dann weniger auf das Spekulative des Spiels als auf das Spiel und seine SpielerInnen als Spekulationsobjekte. Thomas Klein (Mainz) analysierte die Ocean-Filme von Steven Soderbergh als algorithmisch programmierte Planspiele, Judith Ackermann (Potsdam) stellte spekulative Momente in der filmischen Darstellung von ComputerspielerInnen vor, Felix Raczkowski (Bochum) dekonstruierte das Heilsversprechen der Gamification und Rolf F. Nohr (Braunschweig) präsentierte Forschungsergebnisse zum Unternehmensplanspiel der 1950er Jahre.

Schließlich war im Rahmen der GfM-Tagung ebenfalls Zeit für ein Arbeitstreffen der AG Games, das mit der Aussicht auf eine Games-Konferenz anlässlich des 10jährigen Bestehens der AG im April 2013 auf Schloss Wahn in Köln endete. Weitere Infos und ein Call for Papers folgen in Kürze.

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